Businessplan für Heilpraktiker-Praxen

Businessplan für Heilpraktiker-Praxen

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Jedes Jahr eröffnen in Deutschland hunderte von ausgebildeten Heilpraktikern eine eigene Praxis. Die Praxen gelten zwar als wichtige Akteure im Gesundheitswesen, doch wie für jedes Unternehmen sind auch für therapeutische Einrichtungen betriebswirtschaftliche Überlegungen von existenzieller Bedeutung. Rund 60% der Heilpraktiker-Praxen schließen schon in den ersten Jahren nach ihrer Eröffnung, nicht zuletzt wegen kaufmännischen Fehleinschätzungen.

Dies gilt es zu vermeiden. Eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Existenzgründung bietet die Erstellung eines Businessplans. Dieser sollte verschiedene Anforderungen erfüllen. Im Folgenden werden ein paar Hinweise für das Verfassen eines Businessplans gegeben. Weitere praktische Tipps zum Thema liefert unter anderem der Ratgeber „Praxiseröffnung für Heilpraktiker“ von Lecturio.

Der Businessplan sollte möglichst klar und einfach geschrieben sein und sich auf die wichtigsten Inhalte konzentrieren, sodass er einen guten Leitfaden für die Praxis gibt. Grundlage für den Businessplan ist die Geschäftsidee. Diese ist im Fall einer Heilpraktiker-Praxis bereits allgemein definiert. Dennoch sollten sich Existenzgründer über die Besonderheiten ihrer Geschäftsidee bewusst sein, insbesondere wodurch sie sich von der Konkurrenz unterscheiden. Werden zum Beispiel bestimmte Zusatzangebote für Patienten in die Leistungen der Praxis aufgenommen und bietet sich aufgrund spezieller Qualifikationen und Kenntnisse des Heilpraktikers die Spezialisierung in einem bestimmten Bereich, wie beispielsweise Rückenbeschwerden oder Allergien, an?

In engem Zusammenhang mit dem Leistungsangebot steht die Einschätzung des Marktes und der Wettbewerbssituation – beispielsweise an wen richten sich die Therapien, was sind die speziellen Bedürfnisse dieser Patienten und werden diese bereits von anderen Praxen abgedeckt? Zudem sollten die Stärken und Schwächen, die gegenüber der Konkurrenz bestehen, identifiziert werden. Weitere Überlegungen betreffen die Abwägung der Vor- und Nachteile möglicher Standorte für die Praxis. Auch die Pläne hinsichtlich des Unternehmensorganisation und des Personalmanagements sind ein wichtiger Bestandteil des Businessplans. Dies beinhaltet unter anderem die Wahl der Rechtsform, welche Einfluss auf die Haftungsverhältnisse und die Stellung der Praxis gegenüber dem Finanzamt hat. Die finanzwirtschaftliche Planung gilt als das Kernstück des Businessplans. Neben einer wirklichkeitsnahen Schätzung der Lebenshaltungskosten, ist das Ziel eine möglichst realistische Kalkulation des Kapitalbedarfs – der Höhe der finanziellen Mittel, die für die Investitionen benötigt werden. Auch der Finanzierungsplan, Liquiditätsplan und die Rentabilitäts- beziehungsweise Ertragsvorschau sind Teil der finanzwirtschaftlichen Planung und damit wesentliche Inhalte des Businessplans. Zusätzlich zu diesen Hinweisen bietet sich in vielen Fällen auch eine professionelle Existenzgründerberatung an, die oftmals auch von staatlichen Einrichtungen gefördert wird.